Gemeinde St.-Georg Celle-Blumlage


Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.  Mt 2,10 (L)

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie kennen es alle. Sie haben sich etwas bestellt, dass Sie sich schon lange gewünscht hatten. Doch die Lieferung lässt auf sich warten. Sie werden schon etwas ungeduldig. Als es dann endlich angekündigt wird, glauben Sie schon fast, es in den Händen zu halten. Und als es dann da ist, sind sie sehr erfreut. Sie haben sich vielleicht im Vorfeld schon Gedanken gemacht haben, wie es sein wird, wenn das Gewünschte bei Ihnen ist. Das braucht nicht einmal etwas Großes zu sein. Häufig sind es sogar nur die kleinen Dinge, die aber eine große Wirkung haben. 

Die drei weisen Männer verfolgten einen Stern, der sie nach einer Weissagung zum Retter der Welt führen sollte. Lange forschten sie und  berechneten Konstellationen. Und als sie den Stern endlich gefunden hatten, glaubten sie sich dem Ziel schon ein großes Stück näher. 

Jedes Jahr zu Weihnachten hören wir die Geschichte von der schwangeren Maria, die keine Herberge findet und in einem Stall ihr Kind bekommt und von den drei Weisen, die dem Stern folgen. Was mögen die drei weisen Herren gedacht haben, als sie merkten, der sogenannte Retter der Welt liegt in einem zugigen Stall. So hatten sie sich das Gewünschte nicht vorgestellt. Die Erwartungen wurden enttäuscht. Das da, dieses kleine Häuflein in der Futterkrippe sollte der Retter der Welt sein? 

Aus der Situation heraus, hätte ich es verstanden, wenn sie ihre Geschenke wieder eingepackt hätten und sich eilends auf den Rückweg gemacht hätten mit einer gehörigen Portion Frust im Bauch, dass sie soviel Zeit verplempert hatten.  Aber dieser Stall ist ja nicht die einzige Enttäuschung, die Gott für die Menschen bereithielt. Der Retter der Welt wurde angefeindet und endete am Kreuz.  Jesu Kritiker werden sich vor Schadenfreude die Hände gerieben haben. 

Aber wir wissen längst, diese Enttäuschung ist gewollt.  Das das so ist, haben wir aber anscheinend schon so sehr verinnerlicht, dass wir gar keine Freude mehr daran haben, dass Jesus geboren ist und für unsere Schuld den Tod am Kreuz starb. Wir nehmen es einfach so hin. 

Die Niedrigkeit, mit der Gott uns Menschen nahe kommt bis hin zum Tod am Kreuz, ist aber jeden Tag aufs Neue bestaunenswert und ein Grund, hocherfreut zu sein. 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie jeden Tag ein wenig hocherfreut sein können, ob der Botschaft des Evangeliums willen oder ob der kleinen und großen Dinge um Sie herum. Gehen Sie gesegnet in die Weihnachtszeit und in das neue Jahr.

Ihr 

Joachim Gronau